Fehler im Online-Business

Fehler im Online-Business: Woran die meisten Selbstständigen wirklich scheitern

Community aufbauen, Website designen, sichtbar werden: Die Liste der Aufgaben, die du unbedingt erledigen musst, um erfolgreich zu sein ist lang. Sehr lang. Was dir dabei keiner sagt (und was viele Selbstständige nicht wahrhaben wollen!): Genau das ist der größte Fehler im Online-Business. Warum das so ist und was du stattdessen tun solltest, liest du in diesem Artikel.

Inhalt

Sichtbarkeit um jeden Preis

Wie baut man sich eigentlich ein erfolgreiches Online-Business auf? Diese Frage ist ganz sicher eine der meistgestellten in unserer Online-Bubble. Und falls du jetzt die Antwort schlechthin erwartet hattest, muss ich dich leider enttäuschen. Der eine Weg oder die eine Methode wird dich nicht ans Ziel bringen. Trotzdem gibt es tatsächlich eine Sache, die ein erfolgreiches Business von einem Hobby unterscheidet:

Regelmäßiges Einkommen.

Klingt absolut simpel, stimmt. Und trotzdem sehe ich gerade da draußen folgendes:

Da wird monatelang alle Energie und Zeit darauf verwendet sichtbar zu werden. Jeden Tag ein Beitrag auf Insta ist Standard, darunter geht es nicht, weil sonst sinkt ja direkt die Reichweite. Nebenbei noch am eigenen Blog feilen, 3.000 Wörter müssen es schon jedes Mal sein, sonst wird es mit dem Ranking schwer. Und überhaupt, vielleicht solltest du auch noch einen Podcast machen? Schaden tut es bestimmt nicht.

Klingt etwas überspitzt, keine Frage, aber falls du dich gerade ein bisschen wiedergefunden hast, weißt du, was ich meine: Sichtbar werden ist anstrengend. Kostet Zeit. Und Energie.

Was aber bleibt dir am Ende des Tages? Zumindest diese Erkenntnis:

1.000 Insta-Follower oder 100 regelmäßige Hörer füllen deinen Kühlschrank nicht. Sie zahlen auch nicht deine Miete, dein Auto oder dein Ticket für Bus & Bahn.

Und wenn wir dann mal ehrlich sind: Hast du dich wirklich selbstständig gemacht, um regelmäßig am Ende des Geldes festzustellen, dass noch Monat übrig ist? Wohl kaum.

Warum Selbstständige scheitern

Wusstest du, dass rund 70% aller Selbstständigen bereits in den ersten 3 Jahren wieder aufgeben? Das ist eine unfassbar hohe Zahl von Menschen, deren Träume, Wünsche und Visionen bereits nach kürzester Zeit platzen. Und in 86% dieser Fälle sind es schlichtweg Geldprobleme, die zum Aufgeben zwingen.

Lass das mal kurz sacken: Du machst dich selbstständig, weil du andere mit deiner Expertise und Erfahrung unterstützen möchtest. Vielleicht war es auch dein Wunsch, orts- und zeitunabhängig zu arbeiten, dein eigener Chef zu sein und das zu tun, was du am besten kannst.

Was auch immer dein Antrieb für die Selbstständigkeit war, gerade dann, wenn du als Solopreneur unterwegs bist, sind deine Einnahmen deine einzige Quelle um deinen Lebensunterhalt zu sichern. Das Ziel ist also nicht, schnell sichtbar zu werden, sondern so schnell wie möglich Einnahmen zu generieren. Und genau das gelingt dir nur, wenn du ein eigenes Produkt hast. Und zwar von Anfang an, nicht erst dann, wenn du meinst, deine Community wäre groß genug.

Ein eigenes Produkt ist tatsächlich der Schlüssel für regelmäßiges Einkommen, das dir letztendlich auch Wachstum ermöglicht: Mit einer finanziellen Sicherheit im Rücken bist du nicht nur flexibler in dem was du tust, du kannst gleichzeitig auch beruhigter den nächsten Schritt gehen. Und das kann dann durchaus das Thema Sichtbarkeit und Reichweite sein.

Warum sich viele Selbstständige mit dem ersten eigenen Produkt so schwer tun

Vielleicht kommt dir einer dieser Sätze bekannt vor:

  • Ich muss erst noch meine Website fertigstellen, bevor ich rausgehen kann
  • Meine Expertise reicht noch nicht, ich investiere besser noch in ein (weiteres) Coaching
  • Meine Anzahl an Followern/Bloglesern/Podcast-Hörern reicht noch nicht, um wirklich erfolgreich zu sein

Weißt du, was das Problem bei diesen Sätzen ist? Sie suggerieren keine mangelnde Erfahrung, sondern schlichtweg Angst. Vor einer Entscheidung. Vor dem nächsten Schritt. Vorm rausgehen und einfach mal machen.

Genau das ist aber das, was tun solltest: Losgehen.

Stattdessen halten sich viele Selbstständige, gerade am Anfang mit der Suche nach dem Wunschkunden auf. Sie verbringen Monate damit, ihre Zielgruppe in- und auswendig zu lernen, nur um dann am Ende festzustellen, dass es kein passendes Produkt gibt, das man ihnen anbieten kann.

Versteh mich nicht falsch, diese Basics sind extrem wichtig und sie gehören definitiv zu den Grundlagen jeder Selbstständigkeit. Aber auch hier gilt: Das alles füllt deinen Kühlschrank nicht.

Geh also nicht nur raus, sondern direkt mit einem (kleinen) Produkt an den Start. Das muss nichts großes und vor allem nicht superperfekt sein. Wichtig ist, dass du etwas anzubieten hast. Etwas konkretes. Etwas, das deine Kunden fassen können, das ihnen hilft und mit dem du sie überzeugen kannst. 

Denn auch das ist Community-Aufbau: Über Produkte, statt Blogartikel und Podcast-Folgen.

Falls du jetzt sagst: Schon klar, aber mein Produkt muss doch auch zu meiner Zielgruppe passen?

Ja, das ist auch richtig. Ich nehme aber an, dass du nicht aus einer Laune heraus selbstständig gemacht hast, sondern weil du etwas ganz besonders gut kannst.Was also hindert dich daran, daraus ein erstes Angebot zu machen?

Ist es die Angst zu scheitern? Nicht zu verkaufen? Oder ist es doch eher dieses ungute Gefühl, dass du dann ja rausgehen müsstest?

Selbstständig sein heißt auch, über seinen Schatten zu springen, mutig zu sein.

Du hast eigentlich nur zwei Möglichkeiten:

  • Einfach mal machen, könnte ja gut werden
  • Weiter zögern und hoffen, dass das Geld den Weg zu dir von alleine findet

Ich würde definitiv Möglichkeit 1 wählen, selbst dann, wenn ich damit scheitern würde. Denn sie ist die einzige Möglichkeit, erfolgreich selbstständig zu sein, statt ein (teures) Hobby zu betreiben. Vor allem aber liegt in ihr der Schlüssel für gesundes Wachstum. Nicht von jetzt auf gleich, dafür aber sicher und regelmäßig.

Wie du dein erstes Angebot entwickelst, ohne dich zu verzetteln

Vielleicht gehörst du auch zu denjenigen, die den großen Onlinekurs vor Augen haben. Das war zum Start meines Online-Businesses auch mein Ziel. Gestartet bin ich dann aber doch mit 1:1 und kleineren Produkten. Und das hatte gleich mehrere Gründe:

  1.  Einen Online-Kurs zu erstellen kostet jede Menge Zeit und Energie.
  2. Während du den Kurs erstellst, hast du wenig bis gar keine Kapazitäten, dir eine Community aufzubauen, die den Kurs letztendlich kaufen soll
  3. Gerade am Anfang fehlt dir unter Umständen das nötige Wissen, um genau die Inhalte in deinen Kurs zu packen, die deine Idealkunden gerade brauchen. Und verkaufst ihn deswegen vielleicht erst gar nicht.

Der für mich wichtigste Punkt ist aber tatsächlich, dass ich vermutlich überfordert gewesen wäre, das Projekt Online-Kurs überhaupt anzugehen. Oder am Ende nur einen halbfertigen Kurs gehabt hätte. Eben weil gerade zu Anfang noch nicht alles so superklar ist.

Ein Beispiel für Produkte, die dich leicht und vor allem schnell in die Umsetzung bringen sind Tiny Offer, also digitale Mini-Produkte. Hier findest du mehr zu dem neuen Trend aus Übersee.

Es gibt aber noch eine Menge mehr Möglichkeiten, direkt ohne Technikfrust und -gedöns zu starten:

  • Online-Workshops
  • Online-Seminare und -vorträge
  • Checklisten und Anleitungen
  • ebooks, Workbooks und Audio-Dateien

All diese Produkte haben eins gemeinsam: Sie bringen dich und deine Kunden direkt in die Umsetzung! Du bist also nicht monatelang damit beschäftigt, Inhalte zu erstellen und darauf zu hoffen, sie werden sich schon verkaufen. Und du kannst schon in kurzer Zeit Geld mit ihnen verdienen.

Kleinere Einstiegsprodukte haben aber noch einen entscheidenden Vorteil: Aufgrund ihrer Struktur machen sie dir die Erstellung extrem leicht. Du brauchst in den meisten Fällen keine oder nur wenig externe Technik oder Tools. Auch wochenlange Präsenz fällt bei den meisten Formaten weg, einmal erstellte Checklisten kannst du immer wieder – auch automatisiert – versenden und damit regelmäßig Einnahmen generieren. Natürlich verdienst du damit keine Millionen im Monat, aber für den Anfang ist ein wiederkehrendes Einkommen das Ziel und eben nicht die Auszeit in der Karibik! 🙂

Beispiel Online-Workshop: In nur 3 Wochen zum ersten Kunden

Nehmen wir als Beispiel den Online-Workshop, den du inkl. Bewerbungsphase schon innerhalb von maximal 3 Wochen anbieten kannst. Alles, was du an Technik benötigst, hast du garantiert schon, die meisten Laptops oder Desktop-Rechner verfügen bereits über interne Micros und Kameras, die für den Anfang völlig ausreichend sind. Aufrüsten kannst du später immer noch.

Falls du ein paar €uros investieren möchtest, buche ein Videokonferenz-Tool, wie zum Beispiel Zoom. Theoretisch kannst du aber auch über Youtube oder eine Facebook-Gruppe kostenlos streamen.

Auch für den Verkauf der Workshop-Plätze benötigst du keine externe Software, für den Anfang reicht ein einfacher Paypal-Link, an den deine Kund:innen überweisen können. Den Zugangs-Link zum Workshop kannst du manuell per Email nach Zahlungseingang versenden.

Du machst dir gerade Gedanken, dass niemand bucht? Auch dann, wenn deine Community noch klein ist, kannst du aktiv verkaufen. Natürlich besteht immer das Risiko, dass du nur wenige Teilnehmer:innen hast. Aber das wäre auch beim Online-Kurs nicht anders.

Wichtig ist, dass du so simpel wie möglich an das Ganze herangehst. Für den Anfang reicht es, wenn du den Workshop innerhalb deines Netzwerkes bekannt machst und Interessent:innen bittest, dir eine Nachricht zu schicken. Den Rest kannst du dann ganz einfach per Email klären. Dazu brauchst du weder eine High-End-Landingpage, noch eine ultraschicke Automatisierung einrichten.

Denn auch hier gilt: Weniger ist mehr. Heißt, je weniger du dich um das Drumherum kümmern musst, desto effektiver kannst du an deinen Inhalten arbeiten.

Falls du generell unsicher wegen der Inhalte bist, kannst du vorab innerhalb deiner Community eine kleine Umfrage machen, um den Bedarf und vor allem die Wünsche deiner Kund:innen zu erfassen.

Fehler im Online-Business

Ja, du kannst noch ewig an deiner Sichtbarkeit arbeiten oder dich hinter deiner halbfertigen Website verstecken. Und ja, du kannst auch weiterhin darauf hoffen, den ganz großen Durchbruch zu schaffen, wenn ..

…alles perfekt ist. Und du bereit bist. Vorausgesetzt, du gehörst zu den 30%, die ihr Business auch nach 3 Jahren noch ausüben …

Das klingt hart, ich weiß, aber ein erfolgreiches Online-Business basiert nicht auf einer riesigen Community oder extremer Reichweite. Ein erfolgreiches Business ist eine Selbstständigkeit, die es dir ermöglicht, Schritt für Schritt voranzugehen, dich weiterzuentwickeln. Und sie gibt dir Sicherheit und Freiraum. Beides Dinge, die du auch für Zeiten brauchst, in denen es nicht so gut läuft.

 

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