Online leise sichtbar werden

3 Schritte, um als Introvertierter sichtbar zu werden

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Schätzungsweise 30 bis 50 % der Bevölkerung sind introvertiert. Trotzdem wird Erfolg als Unternehmer oftmals als zwingend laut und sehr präsent verstanden. Wie auch introvertierte Selbstständige sichtbar werden können, ohne zum Marktschreier werden zu müssen, lesen Sie in diesem Gastartikel von Sichtbarkeits- und Textmentorin Sonja Mahr. 

Muss Erfolg immer laut sein?

Die erfolgreichen Unternehmer sind die, die wir auf den Bühnen stehen sehen. Die, die Interviews geben und die, deren Werbung uns omnipräsent entgegenschlägt. Oder? Wenn wir genauer hinsehen, finden wir auch viele Beispiele für eher leisen Erfolg: Ob Bestseller-Autoren oder IT-Koryphäen, nicht jeder erfolgreiche Unternehmer ist zwangsläufig auf der Bühne zu Hause.

Erfolg muss nicht immer laut sein, aber braucht tatsächlich eine gewisse Präsenz.

Die gute Nachricht: Nicht die Lautstärke der Markenbotschaft ist entscheidend, sondern die Stärke der Aussage. Je klarer Unternehmen, egal ob Großkonzern oder Solopreneur, kommunizieren, umso einfacher werden sie als Marke wahrgenommen. Eine Tatsache, die sich gerade Introvertierte zunutze machen können, die statt auf den Bühnen zu Hause zu sein, mehr Ruhe bei ihrer Arbeit bevorzugen und brauchen.

Warum introvertierte Unternehmer anders arbeiten

Introversion ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das entgegengesetzte zur Extraversion. Grundsätzlich gilt nicht, dass introvertierte Menschen immer zurückhaltend und extravertierte stets sehr kontaktfreudig sind, aber da sich der eigene Energiehaushalt beider Typen stark unterscheidet, eignen sich andere Maßnahmen, um als Marke sichtbar zu werden. Für Extravertierte, die in Gesellschaft Energie tanken, passen Dinge wie Auftritte als Speaker, direkte Kontaktaufnahme mittels Kaltakquise oder Interviews mit Kooperationspartnern gut zum Persönlichkeitstypen. Introvertierte Menschen, die in Ruhe und im Alleinsein Energie tanken, reiben sich an solchen Dingen schnell auf und profitieren deshalb von eher leisen Wegen zur Sichtbarkeit.

Wie leise Menschen sichtbar werden

Grundsätzlich funktioniert das Bekanntmachen einer Marke zur Kundengewinnung im Groben in drei Schritten:

  • Positionierung
  • Sichtbarkeit
  • Reichweite

Im Detail können diese Schritte aber für Introvertierte anders ausgestaltet werden als für Extravertierte. Sehen wir uns die Schritte deshalb etwas genauer an.

Positionierung für Introvertierte

Bevor Sie sichtbar werden, sollten Sie sich immer ausreichend Zeit nehmen, um eine klare Markenaussage zu formulieren. Je deutlicher Sie Ihr Profil herausarbeiten, desto einfacher wird es für Sie mit der Sichtbarkeit; das ist für extravertierte wie für introvertierte Selbstständige gleich. Für die eher leisen Menschen ist eine präzise Positionierung aber tatsächlich eine besonders große Erleichterung, weil sie die Anzahl relevanter Anfragen erhöht. Anfragen, die gar nicht zum Angebot passen, werden reduziert und damit fallen auch Kontakte, um dieses Missverständnis aufzuklären, nahezu weg. Eine Wohltat für introvertierte Selbstständige, die vor allem durch die Interaktion mit anderen Menschen Energie verlieren. 

Um Ihre Markenaussage zu finden, stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Wofür steht mein Unternehmen?
  • Was ist der Nutzen, den meine Kunden bekommen?
  • Mit wem möchte ich zusammenarbeiten?
  • Was unterscheidet mich von anderen?

Sie kennen sicher den Begriff des Elevator Pitches. Genau dieser kann das Ziel dieses ersten Schrittes sein. Wenn Sie all diese Fragen klar beantwortet haben, kommen Sie zu vier wesentlichen Erkenntnissen:

  • Ihrer Kerntätigkeit
  • Ihrer Zielgruppe
  • Ihrem Kundennutzen
  • Ihrem Fokus

Diese Dinge fassen Sie in einem Elevator Pitch zusammen. Dieser dient künftig als starke Markenaussage, die überall, wo man mit Ihnen und Ihrem Unternehmen in Verbindung treten kann, erklärt, worum es bei Ihnen geht.  Lesen Sie gerne hier, welche Vorteile ein Elevator Pitch hat und wie Sie ihn einsetzen können.  

Sichtbarkeit für Introvertierte

Nachdem Ihre Marke nun klar für etwas steht, sollten Sie diese zeigen. DER Knackpunkt für leise Menschen, denn sich und die eigene Arbeit zu zeigen, wird oft als riesengroßes Hindernis empfunden. Doch Sichtbarkeit aufbauen bedeutet nicht, dass Sie hysterisch durch die Fußgängerzonen rennen und Ihre Mitmenschen mit ihrem Angebot nerven müssen. Es bedeutet, dass Sie die in Schritt eins erarbeitete Kernaussage öffentlich festhalten. Der beste Ort, gerade für Introvertierte, ist hierfür die eigene Website. Erstellen Sie eine Website, auf der Ihre Markenaussage klar ersichtlich ist.

Ideal ist es, wenn Sie folgende Seiten anlegen:

  • Startseite für den ersten Überblick
  • Angebotsseite für die Details zum Angebot
  • Über-mich-Seite für den Vertrauensgewinn
  • Kontaktseite für die Anfrage bei Ihnen

Reichweite für Introvertierte

Ist Ihre Seite online, ist das ein großer Schritt. Doch komplett neue Websites werden nur selten gefunden. Sie dürfen deshalb im dritten Schritt in Ihre Reichweite investieren, um die Anzahl potenzieller Kunden, die Ihre Seite finden, zu erhöhen. Wenn Sie ein leiser Mensch sind, zieht sich jetzt möglicherweise ihr Magen zusammen, weil Reichweite sehr oft mit Höher-schneller-weiter und Dauerbeschallung assoziiert wird. Keine Sorge, denn auch in diesem Schritt gibt es intro-freundliche Wege. Zum Beispiel folgende:

  • Bloggen: Ein Blog als schriftlicher Marketingkanal kommt introvertierten Selbstständigen sehr entgegen. Ideal ist es, wenn Sie für Ihre wichtigsten Themengebiete suchmaschinenoptimierte Blogbeiträge erstellen. Dadurch landen Menschen auf Ihrer Website, ohne dass Sie auf einer Bühne stehen oder zahlreiche Telefonate führen müssen.
  • Social Media: Auch die sozialen Netzwerke sind eine großartige Möglichkeit mehr Reichweite zu generieren. Auch hier gibt es leise Wege. Setzen Sie beispielsweise auf Storytelling in schriftlichen Posts statt auf Live-Videos und interagieren Sie in Gruppen, in denen sich Ihre Zielgruppe aufhält.
  • Werbeanzeigen: Neben der organischen, also unbezahlten, Reichweite, können Sie auch für mehr Reichweite zahlen. Beides hat Vorteile. Während die organische Reichweite eine sehr nachhaltige ist und ohne großes finanzielles Budget funktioniert, können bezahlte Werbeanzeigen zu schnellerer Reichweitensteigerung verhelfen. Auch hier ist wichtig, dass Sie Ihre Kernaussage und den Nutzen für Ihre potenziellen Kunden möglichst konkret in Worte fassen können, um Ihre Zielgruppe zu erreichen.

Inhalte statt Lautstärke

Sie sehen, dass Sie Kunden vor allem durch starke Argumente für sich gewinnen können. Denn Menschen interessieren sich nicht für die Lautstärke eines Angebotes, sondern für die Lösung ihrer Probleme. Wenn Sie Ihre Fähigkeit zur Lösung glaubhaft vermitteln können, steht der Sichtbarkeit als introvertierter Unternehmer nichts mehr im Weg.

Wie möchten Sie Kunden gewinnen? Welche Form der Sichtbarkeit passt zu Ihnen? Verraten Sie es mir gerne in den Kommentaren.

Gasautorin Sonja Mahr

Gastautorin Sonja Mahr

Sonja Mahr ist Sichtbarkeits- und Textmentorin und unterstützt Solo-Selbstständige dabei, online Kunden zu gewinnen, ohne dafür zum Marktschreier werden zu müssen. Der Fokus ihrer Arbeit liegt darauf, die eigene Kernaussage klar zu definieren und zu kommunizieren, authentische Texte für das eigene Business zu schreiben, online sichtbar zu werden und so die richtigen Menschen anzuziehen. Weitere Informationen zu ihr und ihrer Arbeit gibt es auf ihrer Website www.sonjamahr.de.

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Sabine

    Ich möchte keine Internetseite, keinen Riesenaufwand, um an Kunden zu gelangen. Entspricht nicht meinen Interessen, überall in den Social Media Kanälen anwesend zu sein. Mag keine Internetseite und über mich Erzählung machen, weil mir die Überzeugung fehlt, dass meine Geschichte jemanden interessiert. Ebenso fehlt mir die Zeit und die Nerven, dass so ausführlich aufzuziehen.

    Bin bei Facebook, Xing und Linkedin, weil es heißt, da sei man an der richtigen Stelle. Doch viele Leute sagen jeweils anderes, weshalb mir unklar ist, was stimmt oder ist zuviel.
    Darum habe ich noch immer kein echtes Konzept, wie ich es schaffen kann Kunden zu bekommen. Weil so viele Dinge zu beachten und alle in andere Richtungen gehen, mich verwirren.
    Außerdem weiß ich nicht, wie man Lösungen anbieten kann. Oder Fragen dazu stellen, wer welche Hilfe braucht.
    Vermutlich bin ich keiner, der laut auf sich aufmerksam machen kann. Wollen jedenfalls nicht.
    Es grüßt Sabine

  2. Sonja Mahr

    Hallo Sabine,
    ich verstehe das sehr gut, denn ja, an jeder Ecke bekommst du andere Tipps und stehst dann da mit den tausend gutgemeinten Ratschlägen.
    Was wirklich am allerwichtigsten ist, dass du eine klare Positionierung hast, also weißt, welches Angebot du für welche Zielgruppe hast. Dann fällt schon sehr viel weg, was du tun könntest, aber eben nicht unbedingt musst, weil es nicht dein Fokus ist.

    Stell dir zunächst mal folgende Fragen:
    Wer gehört zu meiner Zielgruppe?
    Welche Probleme löse ich?

    Und danach kannst du schauen, wie du diese Positionierung zeigst, damit auch Menschen zu dir finden. Ich empfehle dir, gerade bei Social Media, lieber wenige Kanäle intensiv zu nutzen als alle ein bisschen.

    Alles Gute für dich und dein Business!

    Viele Grüße
    Sonja

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