Copycats

Copycats: Wie ich im Business mit Kopierern & Nachahmern umgehe

Wenn du online sichtbarer wirst und damit auch deine Bekanntheit wächst, wirst du zwangsläufig irgendwann mit ihnen Bekanntschaft machen:

Copycats, also andere Selbstständige, die dich oder deinen Content kopieren.

Lies in diesem Artikel, wie ich in meinem Business mit Kopierern und Nachahmer umgehe und was du tun kannst, wenn du merkst, jemand kopiert dich.

Inhalt

Inspiration oder doch schon Kopie?

Es ist nicht nur extrem ärgerlich sondern auch super nervig:

Du scrollst durch Insta und stoppst bei einem Beitrag, der deinem ziemlich ähnlich sieht.

Du fragst dich, ob das noch Inspiration ist oder doch jemand so dreist war, dich zu kopieren. Und stellst fest:

Ja, du wurdest kopiert.

Nicht immer ist es so eindeutig wie in diesem Beispiel. Ich habe vor einiger Zeit standardmäßig das Ranking meiner Blogartikel überprüft und bin durch Zufall auf einen ähnlich gut rankenden Beitrag gestossen.

Zwar handelte es sich hierbei um keine absolute 1:1-Kopie, die gute Dame hatte sich immerhin die Mühe gemacht, die einzelnen Abschnitte in ihren Worten umzuformulieren.

Was blieb war jedoch ein sehr fader Beigeschmack bei mir. Ich bzw. mein geistiges Eigentum wurde zum ersten Mal kopiert. 

Und ganz ehrlich, mein erster Reflex war alles andere als ruhig und besonnen zu bleiben. Am liebsten hätte ich direkt die komplette Maschinerie angeworfen, nur um mal zu zeigen, dass man so etwas eben nicht macht.

Denn auch wenn es hier nicht auf den ersten Blick offensichtlich war, weder das reine Kopieren, noch das Umschreiben von Texten, wenn der Sinn identisch bleibt, ist erlaubt. Im Gegenteil, geistiges Eigentum wird in Deutschland – und auch im europäischen Raum – extrem hoch bewertet und dementsprechend auch geahndet bzw. bestraft.

Was mich letztendlich davon abhielt, war der Aufwand, der sich dadurch zwangsläufig ergibt. Für diesen Fall wäre er es mir nicht wert gewesen.

Und mittlerweile hat sich das Thema eh erledigt, die gute Dame ist in meinem Umfeld nicht mehr aktiv.

Die Grenzen zwischen Inspiration und Kopieren sind also alles andere als fließend. Es gibt keine Entschuldigung für das Übernehmen kompletter Inhalte. Auch dann nicht, wenn man sich wenigstens ansatzweise die Mühe macht und es umformuliert.

Aber natürlich weiß ich, dass Inspiration zum Business dazugehört wie Schlagsahne zu Erdbeeren. Ich selbst schaue ja auch gerne mal nach links und rechts und bestaune die Wege anderer. Und grundsätzlich erfindet kaum einer von uns jeden Tag das Rad neu.

Dennoch überlege ich mir mittlerweile sehr genau, welche Inhalte ich bereitwillig mit anderen teile und welche vielleicht auch nur für meine Community, zum Beispiel in meinem Onlinekurs, vorbehalten sind.

Eben weil ich nicht möchte, dass andere mich kopieren.

Natürlich werde ich das nie zu 100% verhindern können. Es ist ja auch nicht immer nur der Inhalt der kopiert wird. Erst die Tage habe ich in einem Instagram-Beitrag einen für mich sehr typischen und unmittelbar mit meinem Claim verbundenen Begriff gelesen.

Dass der dann auch noch von jemandem kommt, der mich in der Vergangenheit selber mal auf das Dilemma Inspiration vs. Kopieren aufmerksam gemacht hat, macht es natürlich nicht besser.

Bevor wir aber über meine „rote Linie“ in Sachen Copycats sprechen, lass uns noch kurz einen Blick auf den rechtlichen Aspekt werfen.

Urheberrecht und geistiges Eigentum

Das Urheberrecht ist komplex, sagt im Wesentlichen aber aus, dass alle schöpferischen Werke ab dem Tag ihrer Veröffentlichung geschützt sind. Und zwar ohne, dass dies irgendwo angemeldet werden müsste.

Das betrifft grundsätzliche alle Inhalte, die in irgendeiner Form „erschaffen werden“. Die beiden bekanntesten Inhalte sind sicherlich Texte und Bilder, aber auch Skulpturen, Musikstücke und Zeichnungen & Pläne fallen darunter.

Und auch wenn wir bei Social Media immer von Beiträgen mit geringer Halbwertzeit sprechen, sie also nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung stehen, gilt das Urheberrecht auch hier.

Das Kopieren anderer Werke ist also alles andere als ein Kavalliersdelikt und verbietet sich daher eigentlich schon von selbst.

Und natürlich trifft es auch zu, dass viele den Aufwand, den eine Ahndung mit sich bringt, scheuen. Ignorieren ist in diesem Fall aber dennoch keine gute Wahl. Schließlich signalisieren wir damit auch, dass wir vielleicht nicht damit einverstanden sind, dennoch aber damit leben können. Und das schließe ich für mich beim Thema Copycats definitiv aus.

Meine rote Linie in Sachen Kopieren und Nachahmen

Je mehr Content wir also produzieren oder umso sichtbarer wir werden, desto größer ist auch das Risiko kopiert zu werden.

Alleine meine Inhalte für Blog und Podcast variieren sehr stark, durchschnittlich 1 Episode und mindestens 1 Artikel pro Woche ergeben viel Angriffsfläche für Nachahmer.

Mir fehlt schlichtweg die Zeit, alle meine „Werke“ zu beobachten, dennoch  habe ich einen regelmäßigen Blick auf meine wichtigsten Inhalte, also die, die besonders gut ranken oder sehr häufig  gedownloaded werden.

Als rote Linie habe ich dabei für mich festgelegt, dass ich 1:1-Kopie meiner Artikel und Episoden nicht tolerieren, sondern ahnden werde.

Bei Beiträgen auf Social Media sehe ich es etwas lockerer. Wenn jemand nicht gerade 1 zu 1 meine Begrifflichkeiten und mein Wording übernimmt, lasse ich es unter dem Oberthema Inspiration stehen.

Bei einer Sache verstehe ich allerdings keinen Spaß:

Dinge, die unmittelbar mein Business betreffen.

Dazu gehören Claims, Namen meiner Produkte (oder das Produkt selbst)  und vor allem Worte & Begrifflichkeiten, die ich geprägt habe und die man unmittelbar mit mir in Verbindung bringt.

Ich hatte weiter oben ja bereits auf eine Verwendung meiner Begrifflichkeiten auf Instagram hingewiesen.

In diesem Fall ärgert mich das Kopieren aber ganz besonders, war es doch die Selbstständige, die mir selbst im letzten Jahr den Unterschied zwischen Inspiration und Kopie erklären wollte.

 

Ich möchte mich nicht mit diesen Dingen beschäftigen müssen. Meine Energie ist mir eigentlich viel zu schade, um mich darum zu kümmern.

Ich weiß aber auch, dass das reine Ignorieren die Sache nicht unbedingt besser macht.

Wie ich in diesem speziellen Fall vorgehen werde, kann ich noch gar nicht sagen. Ich glaube, ich werde mir das noch mal in Ruhe anschauen und abwarten, in welche Richtung sich das Ganze entwickelt.

Grundsätzlich wäre bei dieser Art des Kopierens aber meine rote Linie überschritten.

Warum Kopieren in mehrfacher Hinsicht schadet

Seien wir doch mal ehrlich:

Jede Kopie fällt irgendwann auf. Manchmal durch denjenigen, der kopiert wurde, manchmal auch durch Kunden.

Und unabhängig davon, dass mich dieses Verhalten extrem nervt, kann ich nicht verstehen, warum man sich damit wissentlich schadet.

Denn unsere Kund*innen sind doch nicht blöd. Gerade online fällt es extrem leicht, die verschiedenen Angebote miteinander zu vergleichen. Unsere Kund*innen haben in fast allen Bereichen eine Auswahl verschiedener Anbieter. Das bedeutet gleichzeitig auch, dass sie einen guten Überblick über alle Produkte auf dem Markt haben.

Wie wahrscheinlich ist es also, dass sie es nicht merken, wenn sie sehr ähnliche oder kopierte Angebote sehen?

Stell dir vor, du bist Käufer und stellst nach Erhalt der Zugangsdaten fest, dass du das gleiche Produkt bereits gekauft hast. Wie würdest du dich in dem Moment fühlen?

Ich würde mir total veräppelt vorkommen, definitiv.

Und vermutlich würde ich genau das auch beanstanden. Was ich aber ganz sicher tun würde ist, diese Person nicht mehr ernst zu nehmen, denn mit dem Kopieren hat sie gezeigt, dass

  • sie nicht in der Lage ist, ein eigenes Produkt zu kreieren
  • sie ihre Kund*innen nicht ernst nimmt und meint, niemand merkt ihre Kopie
  • sie so unsicher in ihrem Thema unterwegs ist, dass ihr kein eigenes Produkt einfällt
  • sie vermutlich auch wenig bis kein eigene Expertise und Erfahrung hat

Und ganz ehrlich:

Würdest du bei dieser Person nochmal Geld investieren?

Vermutlich nicht. Und vermutlich würdest du auch deinem Umfeld davon erzählen, was die Situation für die Kopierende noch prekärer macht.

Verkaufen bedingt absolutes Vertrauen. Und das generierst du nicht, in dem du andere kopierst. Im Gegenteil, damit baust du dir einen sehr zweifelhaften Ruf auf, der dich lange begleiten wird.  Und für dessen Geradestellung du sehr lange und sehr hart arbeiten musst.

Abgrenzung Inspiration vs. Copycats

Nicht immer ist das Kopieren so offensichtlich wie in meinen Beispielen.

Es gibt durchaus Selbstständige, die sich Mühe geben  und nicht offensichtlich vorgehen. Dadurch fällt es natürlich auch schwer, Inspiration von Kopieren zu unterscheiden.

Inspiration ist was absolut normales und völlig okay. Wir müssen wie gesagt nicht ständig das Rad neu erfinden.

Ein Blick in den Duden hilft bei der Differenzierung leider auch nicht weiter. Dort heißt es nämlich:

Ein schöpferischer Gedanke oder eine plötzliche Erkenntnis ist für mich ein Original. Wenn wir aber das Thema Inspiration von Kopie abgrenzen wollen, müssen wir einen Schritt weitergehen: 

„Inspiration ist das Beobachten anderer, um daraus seine eigene Verhaltensweise zu kreieren“

Und das ist mir absolut wichtig:

Es geht nicht darum, etwas genauso zu machen wie jemand anderes. Es geht darum, deine Expertise, deine Erfahrungen, vor allem aber deinen persönlichen Stil einzubringen und das Gesehene für dich zu adaptieren und anzupassen.

Und zwar so, dass es dein Produkt ist, also mit allem, was dich als Person ausmacht.

Denn wenn wir mal ehrlich sind, Schema X hat noch nie funktioniert und wird es auch in Zukunft nicht.

Lass dich also ruhig von anderen inspirieren, entwickel aus deinen Beobachtungen aber etwas, das zu dir (und nicht zu den anderen) passt.

Meine Empfehlungen für den Umgang mit Copycats

Das Thema Copycats ist für mich ein zweischneidiges Schwert:

Natürlich verurteile ich Kopierer und Nachahmer und wenn jemand meine rote Linie erreicht, ziehe ich auch die entsprechenden Konsequenzen.

So paradox es auch klingen mag, Kopieren hat aber auch etwas Gutes:

Jemand anderes ist von mir, meinen Angeboten oder meiner Arbeitsweise so überzeugt, dass er es 1 zu 1 übernimmt.

Das zeigt mir natürlich auch, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Dass ich eine Sichtbarkeit erreicht habe, in der ich für für das, was ich tue wahrgenommen werde.

Und so genervt ich auch von Copycats bin, es gibt eine Sache, die niemand kopieren kann:

Mich als Person.

Und diesen entscheidenden Vorteil sollten wir nicht unterschätzen. Kunden buchen bei mir, weil sie von meiner Herangehensweise überzeugt sind. Sie kaufen, weil sie wissen, dass ich sie mit meinen Produkten bestmöglich unterstütze.
Und sie buchen auch, weil ich manchmal kein Blatt vor den Mund nehme und auch ehrlich sage, wenn eine Idee Mist ist.

Das alles sind meine persönlichen Eigenschaften und egal, wie viel Mühe sich andere geben werden, meine Persönlichkeit können sie nicht kopieren.

Wenn ich mich also mal wieder über Copycats aufrege, hilft mir dieser Gedanke, wieder etwas entspannter  damit umzugehen.

Und genau das ist auch meine Empfehlung für dich in Sachen Copycats:

Mache dir bewusst, dass das Kopieren auch eine Auszeichnung für dich und deine Arbeit ist.

Und dass andere dich als die Expertin in deinem Thema wahrnehmen. Ja, dass du sogar die Autorität auf diesem Gebiet bist, denn sonst würdest du nicht kopiert werden.

Und den Copycats da draussen sei gesagt:

Ich glaube nicht an Karma, aber Gutes findet Widerhall, Schlechtes verklingt… 🙂

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Inhalt

Inspiration oder doch schon Kopie?

Es ist nicht nur extrem ärgerlich sondern auch super nervig:

Du scrollst durch Insta und stoppst bei einem Beitrag, der deinem ziemlich ähnlich sieht.

Du fragst dich, ob das noch Inspiration ist oder doch jemand so dreist war, dich zu kopieren. Und stellst fest:

Ja, du wurdest kopiert.

Nicht immer ist es so eindeutig wie in diesem Beispiel. Ich habe vor einiger Zeit standardmäßig das Ranking meiner Blogartikel überprüft und bin durch Zufall auf einen ähnlich gut rankenden Beitrag gestossen.

Zwar handelte es sich hierbei um keine absolute 1:1-Kopie, die gute Dame hatte sich immerhin die Mühe gemacht, die einzelnen Abschnitte in ihren Worten umzuformulieren.

Was blieb war jedoch ein sehr fader Beigeschmack bei mir. Ich bzw. mein geistiges Eigentum wurde zum ersten Mal kopiert. 

Und ganz ehrlich, mein erster Reflex war alles andere als ruhig und besonnen zu bleiben. Am liebsten hätte ich direkt die komplette Maschinerie angeworfen, nur um mal zu zeigen, dass man so etwas eben nicht macht.

Denn auch wenn es hier nicht auf den ersten Blick offensichtlich war, weder das reine Kopieren, noch das Umschreiben von Texten, wenn der Sinn identisch bleibt, ist erlaubt. Im Gegenteil, geistiges Eigentum wird in Deutschland – und auch im europäischen Raum – extrem hoch bewertet und dementsprechend auch geahndet bzw. bestraft.

Was mich letztendlich davon abhielt, war der Aufwand, der sich dadurch zwangsläufig ergibt. Für diesen Fall wäre er es mir nicht wert gewesen.

Und mittlerweile hat sich das Thema eh erledigt, die gute Dame ist in meinem Umfeld nicht mehr aktiv.

Die Grenzen zwischen Inspiration und Kopieren sind also alles andere als fließend. Es gibt keine Entschuldigung für das Übernehmen kompletter Inhalte. Auch dann nicht, wenn man sich wenigstens ansatzweise die Mühe macht und es umformuliert.

Aber natürlich weiß ich, dass Inspiration zum Business dazugehört wie Schlagsahne zu Erdbeeren. Ich selbst schaue ja auch gerne mal nach links und rechts und bestaune die Wege anderer. Und grundsätzlich erfindet kaum einer von uns jeden Tag das Rad neu.

Dennoch überlege ich mir mittlerweile sehr genau, welche Inhalte ich bereitwillig mit anderen teile und welche vielleicht auch nur für meine Community, zum Beispiel in meinem Onlinekurs, vorbehalten sind.

Eben weil ich nicht möchte, dass andere mich kopieren.

Natürlich werde ich das nie zu 100% verhindern können. Es ist ja auch nicht immer nur der Inhalt der kopiert wird. Erst die Tage habe ich in einem Instagram-Beitrag einen für mich sehr typischen und unmittelbar mit meinem Claim verbundenen Begriff gelesen.

Dass der dann auch noch von jemandem kommt, der mich in der Vergangenheit selber mal auf das Dilemma Inspiration vs. Kopieren aufmerksam gemacht hat, macht es natürlich nicht besser.

Bevor wir aber über meine „rote Linie“ in Sachen Copycats sprechen, lass uns noch kurz einen Blick auf den rechtlichen Aspekt werfen.

Urheberrecht und geistiges Eigentum

Das Urheberrecht ist komplex, sagt im Wesentlichen aber aus, dass alle schöpferischen Werke ab dem Tag ihrer Veröffentlichung geschützt sind. Und zwar ohne, dass dies irgendwo angemeldet werden müsste.

Das betrifft grundsätzliche alle Inhalte, die in irgendeiner Form „erschaffen werden“. Die beiden bekanntesten Inhalte sind sicherlich Texte und Bilder, aber auch Skulpturen, Musikstücke und Zeichnungen & Pläne fallen darunter.

Und auch wenn wir bei Social Media immer von Beiträgen mit geringer Halbwertzeit sprechen, sie also nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung stehen, gilt das Urheberrecht auch hier.

Das Kopieren anderer Werke ist also alles andere als ein Kavalliersdelikt und verbietet sich daher eigentlich schon von selbst.

Und natürlich trifft es auch zu, dass viele den Aufwand, den eine Ahndung mit sich bringt, scheuen. Ignorieren ist in diesem Fall aber dennoch keine gute Wahl. Schließlich signalisieren wir damit auch, dass wir vielleicht nicht damit einverstanden sind, dennoch aber damit leben können. Und das schließe ich für mich beim Thema Copycats definitiv aus.

Meine rote Linie in Sachen Kopieren und Nachahmen

Je mehr Content wir also produzieren oder umso sichtbarer wir werden, desto größer ist auch das Risiko kopiert zu werden.

Alleine meine Inhalte für Blog und Podcast variieren sehr stark, durchschnittlich 1 Episode und mindestens 1 Artikel pro Woche ergeben viel Angriffsfläche für Nachahmer.

Mir fehlt schlichtweg die Zeit, alle meine „Werke“ zu beobachten, dennoch  habe ich einen regelmäßigen Blick auf meine wichtigsten Inhalte, also die, die besonders gut ranken oder sehr häufig  gedownloaded werden.

Als rote Linie habe ich dabei für mich festgelegt, dass ich 1:1-Kopie meiner Artikel und Episoden nicht tolerieren, sondern ahnden werde.

Bei Beiträgen auf Social Media sehe ich es etwas lockerer. Wenn jemand nicht gerade 1 zu 1 meine Begrifflichkeiten und mein Wording übernimmt, lasse ich es unter dem Oberthema Inspiration stehen.

Bei einer Sache verstehe ich allerdings keinen Spaß:

Dinge, die unmittelbar mein Business betreffen.

Dazu gehören Claims, Namen meiner Produkte (oder das Produkt selbst)  und vor allem Worte & Begrifflichkeiten, die ich geprägt habe und die man unmittelbar mit mir in Verbindung bringt.

Ich hatte weiter oben ja bereits auf eine Verwendung meiner Begrifflichkeiten auf Instagram hingewiesen.

In diesem Fall ärgert mich das Kopieren aber ganz besonders, war es doch die Selbstständige, die mir selbst im letzten Jahr den Unterschied zwischen Inspiration und Kopie erklären wollte.

 

Ich möchte mich nicht mit diesen Dingen beschäftigen müssen. Meine Energie ist mir eigentlich viel zu schade, um mich darum zu kümmern.

Ich weiß aber auch, dass das reine Ignorieren die Sache nicht unbedingt besser macht.

Wie ich in diesem speziellen Fall vorgehen werde, kann ich noch gar nicht sagen. Ich glaube, ich werde mir das noch mal in Ruhe anschauen und abwarten, in welche Richtung sich das Ganze entwickelt.

Grundsätzlich wäre bei dieser Art des Kopierens aber meine rote Linie überschritten.

Warum Kopieren in mehrfacher Hinsicht schadet

Seien wir doch mal ehrlich:

Jede Kopie fällt irgendwann auf. Manchmal durch denjenigen, der kopiert wurde, manchmal auch durch Kunden.

Und unabhängig davon, dass mich dieses Verhalten extrem nervt, kann ich nicht verstehen, warum man sich damit wissentlich schadet.

Denn unsere Kund*innen sind doch nicht blöd. Gerade online fällt es extrem leicht, die verschiedenen Angebote miteinander zu vergleichen. Unsere Kund*innen haben in fast allen Bereichen eine Auswahl verschiedener Anbieter. Das bedeutet gleichzeitig auch, dass sie einen guten Überblick über alle Produkte auf dem Markt haben.

Wie wahrscheinlich ist es also, dass sie es nicht merken, wenn sie sehr ähnliche oder kopierte Angebote sehen?

Stell dir vor, du bist Käufer und stellst nach Erhalt der Zugangsdaten fest, dass du das gleiche Produkt bereits gekauft hast. Wie würdest du dich in dem Moment fühlen?

Ich würde mir total veräppelt vorkommen, definitiv.

Und vermutlich würde ich genau das auch beanstanden. Was ich aber ganz sicher tun würde ist, diese Person nicht mehr ernst zu nehmen, denn mit dem Kopieren hat sie gezeigt, dass

  • sie nicht in der Lage ist, ein eigenes Produkt zu kreieren
  • sie ihre Kund*innen nicht ernst nimmt und meint, niemand merkt ihre Kopie
  • sie so unsicher in ihrem Thema unterwegs ist, dass ihr kein eigenes Produkt einfällt
  • sie vermutlich auch wenig bis kein eigene Expertise und Erfahrung hat

Und ganz ehrlich:

Würdest du bei dieser Person nochmal Geld investieren?

Vermutlich nicht. Und vermutlich würdest du auch deinem Umfeld davon erzählen, was die Situation für die Kopierende noch prekärer macht.

Verkaufen bedingt absolutes Vertrauen. Und das generierst du nicht, in dem du andere kopierst. Im Gegenteil, damit baust du dir einen sehr zweifelhaften Ruf auf, der dich lange begleiten wird.  Und für dessen Geradestellung du sehr lange und sehr hart arbeiten musst.

Abgrenzung Inspiration vs. Copycats

Nicht immer ist das Kopieren so offensichtlich wie in meinen Beispielen.

Es gibt durchaus Selbstständige, die sich Mühe geben  und nicht offensichtlich vorgehen. Dadurch fällt es natürlich auch schwer, Inspiration von Kopieren zu unterscheiden.

Inspiration ist was absolut normales und völlig okay. Wir müssen wie gesagt nicht ständig das Rad neu erfinden.

Ein Blick in den Duden hilft bei der Differenzierung leider auch nicht weiter. Dort heißt es nämlich:

Ein schöpferischer Gedanke oder eine plötzliche Erkenntnis ist für mich ein Original. Wenn wir aber das Thema Inspiration von Kopie abgrenzen wollen, müssen wir einen Schritt weitergehen: 

„Inspiration ist das Beobachten anderer, um daraus seine eigene Verhaltensweise zu kreieren“

Und das ist mir absolut wichtig:

Es geht nicht darum, etwas genauso zu machen wie jemand anderes. Es geht darum, deine Expertise, deine Erfahrungen, vor allem aber deinen persönlichen Stil einzubringen und das Gesehene für dich zu adaptieren und anzupassen.

Und zwar so, dass es dein Produkt ist, also mit allem, was dich als Person ausmacht.

Denn wenn wir mal ehrlich sind, Schema X hat noch nie funktioniert und wird es auch in Zukunft nicht.

Lass dich also ruhig von anderen inspirieren, entwickel aus deinen Beobachtungen aber etwas, das zu dir (und nicht zu den anderen) passt.

Meine Empfehlungen für den Umgang mit Copycats

Das Thema Copycats ist für mich ein zweischneidiges Schwert:

Natürlich verurteile ich Kopierer und Nachahmer und wenn jemand meine rote Linie erreicht, ziehe ich auch die entsprechenden Konsequenzen.

So paradox es auch klingen mag, Kopieren hat aber auch etwas Gutes:

Jemand anderes ist von mir, meinen Angeboten oder meiner Arbeitsweise so überzeugt, dass er es 1 zu 1 übernimmt.

Das zeigt mir natürlich auch, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Dass ich eine Sichtbarkeit erreicht habe, in der ich für für das, was ich tue wahrgenommen werde.

Und so genervt ich auch von Copycats bin, es gibt eine Sache, die niemand kopieren kann:

Mich als Person.

Und diesen entscheidenden Vorteil sollten wir nicht unterschätzen. Kunden buchen bei mir, weil sie von meiner Herangehensweise überzeugt sind. Sie kaufen, weil sie wissen, dass ich sie mit meinen Produkten bestmöglich unterstütze.
Und sie buchen auch, weil ich manchmal kein Blatt vor den Mund nehme und auch ehrlich sage, wenn eine Idee Mist ist.

Das alles sind meine persönlichen Eigenschaften und egal, wie viel Mühe sich andere geben werden, meine Persönlichkeit können sie nicht kopieren.

Wenn ich mich also mal wieder über Copycats aufrege, hilft mir dieser Gedanke, wieder etwas entspannter  damit umzugehen.

Und genau das ist auch meine Empfehlung für dich in Sachen Copycats:

Mache dir bewusst, dass das Kopieren auch eine Auszeichnung für dich und deine Arbeit ist.

Und dass andere dich als die Expertin in deinem Thema wahrnehmen. Ja, dass du sogar die Autorität auf diesem Gebiet bist, denn sonst würdest du nicht kopiert werden.

Und den Copycats da draussen sei gesagt:

Ich glaube nicht an Karma, aber Gutes findet Widerhall, Schlechtes verklingt… 🙂

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